Ein Leuchtturm feiert Geburtstag

Hofgeismar, 17.5.2020. Vor einem Jahr wurde das Petrihaus eröffnet. Seither ist Leben eingekehrt in dem Gebäude, das wegen seines besonderen Konzepts als Modellprojekt gilt. „Unsere Idee funktioniert“, bilanziert Burkhard Wagner, Geschäftsführer des Pflegedienstes PHB, der im Petrihaus zwei Wohngemeinschaften und eine Tagespflege betreibt.

Ein größeres Fest anlässlich des ersten Geburtstags war geplant, doch das musste wegen der Corona-Krise ausfallen. Dennoch ließen es sich die Mieter des Hauses und Mitarbeiter von PHB sich nicht nehmen, mit einigen Gästen, unter anderem Vertretern der Kooperationspartner Gewobag und SelbstbestimmtLeben-GemeinsamWohnen e. V., anzustoßen und zumindest ein bisschen zu feiern – natürlich mit dem erforderlichen Abstand: Sie fanden sich mit Sektgläsern an den Fenstern, auf den Balkonen und Terrassen ein, die Trompeterinnen Silke Wiederhold und Ina Brake brachten ein Ständchen dar.

„Die verschiedenen Elemente des Petrihauses funktionieren gut miteinander“, freut sich PHB-Geschäftsführer Burkhard Wagner. Elf barrierefreie Wohnungen, zwei Wohngemeinschaften für Menschen mit dementiellen Veränderungen und eine Tagespflege, ein Nachbarschaftstreff und eine Physiotherapiepraxis: All dies findet sich im Petrihaus quasi unter einem Dach. Das Konzept sorgte von Beginn an bundesweit für Aufmerksamkeit.

Die 17 Plätze der Tagespflege waren schon kurz nach der Eröffnung ausgebucht, auch die beiden Wohngemeinschaften sind inzwischen voll belegt. In den Wohngemeinschaften wird sehr viel Wert darauf gelegt, den Bewohnern ein selbstbestimmtes und wertschätzendes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen – auch in Corona-Zeiten.

Durch die Corona Pandemie musste die Tagespflege kurzfristig geschlossen werden. Doch seit ein paar Tagen werden vier bis sechs Personen, deren pflegende Angehörige in systemrelevanten Berufen arbeiten, hier wieder betreut. „Für alle anderen haben wir ein besonderes Angebot“, erklärt Sabine Ganter-Shaw, die als Pflegedienstleiterin für die Tagespflege verantwortlich ist. „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fahren zu unseren Tagesgästen nach Hause und bieten ihnen dort eine individuelle Beschäftigung an“, so Ganter-Shaw. Auf diese Weise werden die Angehörigen zumindest für eine gewisse Zeit entlastet – und die Gäste erleben etwas Abwechslung.


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